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Beweggründe für die Errichtung
des Schülerwohnheims

Wissenschaftliche Untersuchungen hatten schon früh zur Erkenntnis gebracht, dass Kinder aus bildungsfernen Elternhäusern zum größten Teil auch keinen Schulabschluss bzw. nur gering anstreben. Zumindest standen die Bildungschancen und die Aussicht auf eine erfolgreiche Schullaufbahn für diese Kinder nicht gerade aussichtsreich. Vor allem in Familien mit Zuwanderungsgeschichte war es der Fall, dass die Förderung der Kinder und Jugendlichen nicht in ausreichendem Maße gewährleistet war bzw. teilweise noch ist. Die Ursachen hierzu waren sprachliche, wie auch kulturell-integrationsbedingte Probleme. Dieses Phänomen besteht weiterhin.


Es ist jedoch zu beobachten, dass vor allem bei der zweiten und dritten Generation ein Umdenken stattfindet. Die Eltern, die selbst als Kinder der ersten Generation mit sprachlichen Problemen zu kämpfen hatten, haben verstanden, dass Bildung in zunehmendem Maße die individuellen Lebenschancen bestimmt. Sie haben eine hohe Bildungsaspiration an sich, aber auch an ihre Kinder, erreichen jedoch schnell ihre Grenzen des Machbaren und können nicht ausreichend unterstützen. Oft ist es darin begründet, dass beide Elternteile ein geringes bis mittleres Bildungsniveau besitzen und mit den inhaltlichen Erwartungen der verschiedenen Schulformen nicht mithalten können oder berufstätig sind und so ihnen in vielen Fällen auch die Zeit fehlt.


Um nun gerade den Kindern aus solchen verschieden strukturierten Familien die Schule, das Lernen und die Partizipation in der Gesellschaft zu erleichtern, ist die Idee dieses Projektes entstanden.


Der Zweck des Schülerwohnheimes ist es, den Bedürfnissen der Kinder bildungsorientiert, religiös, kulturell, sozial und pädagogisch zu entsprechen und jungen Menschen, die zur Förderung ihrer Entwicklung erforderlichen Angebote der Jugendarbeit zur Verfügung zu stellen. Sie werden an den Interessen der Kinder und Jugendlichen angeknüpft und mit ihnen bestimmt und gestaltet. Die Kinder und Jugendlichen sollen zur Selbstbestimmung befähigt und zu gesellschaftlicher Mitverantwortung und zu sozialem Engagement angeregt und hingeführt werden.


Nicht nur die optimale Ausstattung soll das selbständige Leben und Lernen unterstützen. Die räumliche Nähe von Schule und Wohnstätte sorgt für kurze Wege und damit für einen engen Kontakt. Wo viele Schüler unter einem Dach zusammenwohnen, bietet sich der Vorteil der Gemeinschaft: Die Anforderungen der jeweiligen Schulformen sind unterschiedlich hoch. Das bestärkende Gefühl, diesen Weg nicht alleine zu gehen, gegenseitige Unterstützung und die Kraft, die man aus gemeinsamen Freizeitaktivitäten schöpft, wirken motivierend und tragen zum schulischen Erfolg bei. Ferner wird eine gute Balance zwischen Privatsphäre, Lernatmosphäre, Spaß und Geselligkeit hergestellt. Freiheit, Eigenverantwortung und Gemeinsinn wirken hier gewinnbringend zusammen – bestmögliche Bedingungen, um die persönlichen Ziele zu erreichen.

Die Eigenverantwortung der Eltern wird nicht ersetzt, aber sinnvoll und wirksam unterstützt und ergänzt.

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